Im Gespräch mit Yannick Mettler, Profi-Rennfahrer, Coach und Unternehmer
Vom Gokart-Fahrer zum internationalen Rennprofi: Yannick Mettler hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und fährt heute regelmässig gegen die besten GT3 Piloten der Welt. Der Luzerner ist seit vielen Jahren international aktiv – mit Erfolgen in Formel-, Tourenwagen- und GT-Serien aller Art sowie bei zahlreichen 24-Stunden-Rennen. Neben dem Motorsport hat sich der diplomierte Maschineningenieur als Coach und Berater etabliert, zwei Unternehmen aufgebaut und engagiert sich in der Nachwuchsförderung.
Interview
Wie hat Ihre Begeisterung für den Motorsport begonnen und wann war für Sie klar, dass Sie den Rennsport professionell betreiben möchten?
Der Motorsport hat mich schon als Kind begleitet. Mein Grossvater fuhr Bergrennen und mein Vater Motocross. Über Gokart-Rennen kam ich selbst zum Rennsport, zunächst nur als Hobby. Als ich später durch einen Zufall zum ersten Mal ein Rennauto fuhr, wurde mir klar: Das möchte ich professionell machen.
Die ersten Jahre im Motorsport sind oft anspruchsvoll. Wie haben Sie diese Phase erlebt und welche Hürden mussten Sie überwinden?
Es war eine lange, turbulente und schwierige Zeit. Die grösste Herausforderung waren die hohen Kosten. Schon in jungen Jahren musste ich viel Verantwortung übernehmen, denn Fehler sind im Motorsport extrem teuer. Zudem gab es in der Schweiz kaum Anlaufstellen oder Beratungsmöglichkeiten. Vieles musste ich mir selbst erarbeiten.
Viele Menschen sehen im Motorsport vor allem Geschwindigkeit und Action. Wie viel Arbeit und Vorbereitung steckt tatsächlich hinter einem Rennwochenende?
Viel mehr, als man denkt: Körperliches Training, Simulatorarbeit, Testfahrten und wochenlange Vorbereitungen mit dem Team und Ingenieuren gehören zum Alltag. Bei Langstreckenrennen, steigen Druck und Aufwand nochmals deutlich. Dort geht es nicht nur ums schnell fahren, sondern auch um Strategie, perfekte Boxenstopps sowie Reifen- und Treibstoff-Management.
Gibt es einen Rennmoment, auf den Sie besonders stolz sind?
Es gibt nicht den einen Moment, sondern viele Meilensteine in der Karriere. Der letzte grosse Meilenstein war das 24-Stunden-Rennen von Spa 2024. Es ist eines der härtesten Rennen überhaupt und die Wetterbedingungen waren in diesem Jahr so anspruchsvoll wie noch nie – umso grösser war die Freude, am Ende ganz oben auf dem Podest zu stehen.
Sie bewegen sich in einem Umfeld, in dem oft Details über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Wie gehen Sie mit Rückschlägen oder verpassten Zielen um?
Enttäuschungen quälen mich auch heute immer noch ein paar Tage, aber sie gehören dazu. Wichtig ist, daraus zu lernen und den Blick nach vorne zu richten. Sport als Lebensschule hat meine mentale Stärke und mein Durchhaltevermögen enorm geprägt.
Sie haben Maschinenbau an der ETH Zürich studiert. Inwiefern profitieren Sie im Motorsport von Ihrem ingenieurwissenschaftlichen Hintergrund?
Besonders in der Kommunikation mit den Ingenieuren. Es ermöglicht einen Austausch auf Augenhöhe, und ich kann mich aktiv bei der Fahrzeugabstimmung einbringen. Ausserdem hat es spannende Türen geöffnet, wie zum Beispiel die Entwicklung von hochwertigen Rennsimulatoren.
Sie sind heute nicht nur Rennfahrer, sondern auch Berater, Coach und Unternehmer. Was motiviert Sie, neben dem Motorsport auch unternehmerische Wege zu gehen?
Ich bin ein neugieriger Mensch und probiere gerne Neues aus. Besonders spannend finde ich, dass die verschiedenen Tätigkeiten wie Zahnräder ineinandergreifen. Neue Erfahrungen aus einem einzelnen Bereich lassen sich oft auch auf die anderen Bereiche übertragen. So wird man überall stets besser.
Die Gewerbe-Treuhand begleitet Sie bereits seit vielen Jahren. Wie hat sich diese Zusammenarbeit entwickelt, und welche Rolle spielen externe Fachpartner für Sie als Unternehmer?
Mir war immer wichtig, die Zusammenhänge hinter Zahlen und Prozessen zu verstehen. Bei der Gewerbe-Treuhand erhielt ich von Anfang an tiefe Einblicke und wurde aktiv eingebunden. Über die Jahre ist daraus eine starke Vertrauensbasis entstanden. Als Unternehmer schätze ich es, eine verlässliche Ansprechperson an meiner Seite zu haben und unkomplizierte, effiziente Lösungen zu erhalten.
Welche Ziele haben Sie für die kommenden Jahre – auf der Rennstrecke, aber auch als Unternehmer?
Im Motorsport kann man in der Regel nicht langfristig planen, es ist ein sehr dynamisches Umfeld. Solange die Motivation da ist und die Bedingungen stimmen, werde ich noch einige Jahre aktiv Rennen fahren. Danach kann ich mir gut vorstellen, die Bereiche Coaching und Beratung weiter auszubauen. Aktuell beschäftige ich mich z.B. gerade mit den Möglichkeiten rund um KI und Automatisierung. Eine weitere Option wäre der Einstieg ins Baugeschäft meiner Familie. Es bleibt also spannend.
Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die im Sport oder im Unternehmertum ihren eigenen Weg gehen möchten?
Bei unkonventionellen Berufswegen wird man öfter auf Kritiker und Zweifler treffen, als auf Unterstützer. Wenn man von einem Ziel überzeugt ist, sollte man sich aber nicht von seinem Weg abbringen lassen. Ausdauer, Beharrlichkeit und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zahlen sich langfristig aus.
Kontakt: info@yannickmettler.ch
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